Fuck the Backmischung: Interview mit der Guerilla Bakery

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Die allerliebste Beschäftigung der drei Guerilla-Bakery-Schwestern aus Wien: backen natürlich! Und die superduperleckeren Ahornsirup-Apfelkuchen mit Pekannüssen, Chai-Latte-Cupcakes oder weißen Schokokuchen mit salzigem Karamell bringen sie in Wien immer an verschiedenen Locations unter die Leute, die kurz vorher bei Facebook bekanntgegeben werden. In unserer neuen Ausgabe durften wir die phänomenale Fake Sachertorte vorstellen – ihre Neuinterpretation des schokoladigen Klassikers. Was es mit ihrem Motto “Fuck the Backmischung” und Vanillekipferln im Sommer auf sich hat und wie drei auf neue Rezepte kommen, erzählt uns Isabel im Interview. Das Rezept findet ihr in der Wien-Strecke in Heft 01/15!

Warum bedeutet euch das Backen so viel?

Es gibt fast nichts Schöneres, als nach Hause zu kommen und es riecht nach Schokolade und Selbstgebackenem. Aus einfachsten Grundzutaten wie Butter, Eier, Mehl etwas Köstliches selbst zu machen, ist einfach sehr befriedigend. Und natürlich treibt uns das Feedback der Menschen immer weiter an. So gut wie jeder liebt doch Kuchen!

Wie lange seid ihr schon als Guerilla Bakery unterwegs?

Die erste Guerilla Bakery fand im April 2010 statt. Die Idee hatten meine beiden Schwestern Vanessa, Sarah und ich schon zwei Jahre vorher am Sofa. Nur waren wir irgendwie zu beschäftigt, das auch in die Tat umzusetzen.

Wie kam es zu der Idee?

Wir leben in Wien im selben Haus in drei unterschiedlichen Wohnungen. Irgendwann haben wir die Tradition des Sonntagskuchens eingeführt. Sonntagsabends essen wir außerdem immer zusammen und gucken dann “Tatort”. Und irgendwann auf dem Sofa, bei Cookies, kam uns die Idee eine geheime Bäckerei in unseren Wohnungen zu veranstalten. Zwei Stunden an einem Sonntag. Sarah hat dann einfach einen Termin auf Facebook online gestellt. Zur ersten Guerilla Bakery kamen um die 20 Menschen, von denen wir die meisten noch nicht kannten, in unsere Wohnungen! Beim nächsten Termin waren es dann schon etwa 150 Menschen.

Wie kommt ihr auf eure Rezepte?

Wir überlegen, worauf wir selbst Lust haben. Auf welchen Geschmack. Oft nehmen wir dann ein Ausgangsrezept, zum Beispiel von Mama, Oma oder aus Backbüchern, und verändern es so, dass es uns schmeckt. Bei unserem Sticky Elvis Cake haben wir uns von Elvis Presleys Lieblingssandwich inspirieren lassen: Banane, Erdnussbutter und Speck. Wir haben versucht, das in einen Kuchen umzusetzen. Und natürlich spielen auch die Jahreszeiten eine Rolle.

Wie ist euer Motto „Fuck the Backmischung“ zu verstehen?

Es soll zeigen, dass jeder backen kann. Und auch wenn nicht immer alles perfekt läuft: Der Geschmack zählt! Ich habe einmal den hässlichsten Erdbeerkuchen mit Topfenfrosting gemacht. Den haben wir dann als “hässlich aber gut” verkauft und irgendwann hat ein Fan ein Foto davon auf Facebook gepostet – mit dem Kommentar “Bester Kuchen ever” und der Frage nach dem Rezept. Das hat mich schon sehr überrascht. Rezept gab es keines, weil ich echt nur rumexperimentiert hatte. Außerdem ist es mir wichtig zu wissen, was in meinen Lebensmitteln drin ist: Was esse ich genau? Vor ein paar Jahren gab es in Österreich mal Pfannkuchenteig aus der Tube. Versteht das einer? Ei, Milch, Mehl, Salz, Butter. In 2 Minuten zusammengemischt. Macht es einfach selber!

Wie seid ihr auf die Fake Sachertorte gekommen?

Wir arbeiten gerade daran, österreichische  Klassiker wie Linzertorte, Susitorte und Strudel auch mal anders zu machen. Sarah backt derzeit in unserer Wiener Pop-Up-Küche “Schwester” im achten Bezirk, dort hat sie den Kuchen zum ersten Mal gemacht. Die “Schwester” ist in ein Café integriert.

Welches Gebäck verbindet ihr sofort mit Wien und warum?

Unser liebster Konditor in Wien ist ein Franzose: Pierre Reboul. Er macht die unglaublichsten Croissants und die genialsten kleinen französischen Küchlein. Fein und wunderschön. Das genaue Gegenteil von uns.

Was findet ihr an Wien besonders toll?

Wien ist eigentlich ein Dorf. Alles ist schön übersichtlich. So haben wir auch sehr schnell Menschen kennen gelernt, die so denken wie wir… mit denen wir viel zusammen gearbeitet haben. Wir haben nicht das Gefühl, dass man in Wien den Trends hinterher läuft. Wien ist nicht unbedingt cool und hip. Muss es aber auch gar nicht sein.

Was ist eure früheste Back-Erinnerung?

Unsere Großmutter war Köchin eines Grafen und hat immer die grandiosesten Mehlspeisen gemacht: Mohn- und Nussstrudel, Vanillekipferl im Sommer (weil wir sie immer nur in den Sommerferien besucht haben). Unsere Mama war eine Bäckerin nach dem Prinzip: hässlich aber köstlich. Und eine der frühesten Erinnerungen ist es, als sie bei einer Erdbeer-Creme-Geburtstagstorte Salz und Zucker verwechselt hat. Die Torte war außen hui… aber dann innen echt pfui.

Und wie sieht für euch die Zukunft aus, was habt ihr für Back-Pläne?

Wir wollen 2015 unser erstes eigenes Café eröffnen. Und unser erstes Backbuch kommt dieses oder nächstes Jahr!

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Ausgabe verpasst? Macht nix! Hier kannst du sie bestellen.

(1) Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ein hallo an die Kollegen … Schade das ihr euch nicht ein eigenes Motto einfallen lässt..
    Fuck the backmischung ist ein claim von unserem Café Kubitscheck / das neue Kubitscheck seit ca 7 Jahren aus München .

    Ist halt nicht optimal aufgrund von Verwechslungen und so .. Könnt ihr ja mal googeln

    Antworten

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